„Der Chef sagt, wir sind zu schnell.“

Warum fünf Minuten Kommunikation manchmal ein ganzes Problem lösen

Wir rufen unsere Monteure während eines laufenden Einsatzes regelmäßig an.

Nicht nur am ersten Tag und auch nicht erst dann, wenn etwas nicht funktioniert. Wir begleiten unsere Teams vom Anfang bis zum Ende und sprechen normalerweise zwei- bis dreimal pro Woche miteinander.

Einfach um zu fragen:

Wie läuft es?
Passt alles auf der Baustelle?
Gibt es etwas, das wir wissen müssen?
Können wir euch irgendwo unterstützen?

Denn wir möchten nicht, dass unsere Monteure das Gefühl haben, wir schicken sie irgendwohin und danach sind sie auf sich allein gestellt.

Bei einem dieser Gespräche sagten uns unsere Monteure:

„Die Arbeit macht Spaß und es läuft wirklich gut. Aber der Chef meinte, wir seien zu schnell.“

Aha.

Zu schnell?

Das war natürlich erst einmal interessant.

Was bedeutet eigentlich „zu schnell“?

Wir sagen unseren Monteuren immer:

Jeder von euch ist auch eine Visitenkarte unseres Unternehmens.

Ihr arbeitet unter unserem Namen auf der Baustelle. Wenn ihr sauber, zuverlässig und effizient arbeitet, sieht das auch der Auftraggeber. Und wenn der Auftraggeber mit eurer Leistung zufrieden ist, können daraus weitere Projekte und eine langfristige Zusammenarbeit entstehen.

Unsere Monteure hatten genau das verstanden.

Sie wollten zeigen, was sie können. Sie wollten nicht herumstehen, während die Stunden weiterlaufen. Wenn eine Aufgabe erledigt war, gingen sie deshalb bereits zum nächsten Arbeitsschritt über.

Für sie war das logisch:

Die Arbeit läuft, wir wissen, was zu tun ist – also machen wir weiter.

Und dann kam die Aussage, sie seien zu schnell.

Natürlich waren sie in diesem Moment etwas verunsichert. Schließlich wollten sie gute Arbeit leisten und nicht das Gefühl bekommen, dass ihre Motivation plötzlich ein Problem ist.

Also klärten wir das sofort mit dem Auftraggeber.

Beide Seiten meinten es richtig

Das Feedback des Auftraggebers war sehr gut.

Er war mit unseren Monteuren und ihrer Arbeit zufrieden. Auch ihre Motivation war klar zu erkennen. Das Problem war nicht, dass sie zu viel leisten oder schlecht arbeiten würden.

Es ging um die Einarbeitung.

Bei diesem Projekt gibt es einen genau festgelegten Ablauf. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird zuerst erklärt, anschließend ausgeführt und danach kontrolliert. Fast wie eine kleine Lernkontrolle, bevor es mit dem nächsten Schritt weitergeht.

Nicht weil man den Monteuren nichts zutraut.

Sondern weil das System und die Arbeitsanleitung genau so aufgebaut sind und Schritt für Schritt eingehalten werden müssen. Gehen die Monteure selbstständig weiter, kann es passieren, dass sie bereits Arbeiten ausführen, die an dieser Stelle noch gar nicht vorgesehen sind.

Plötzlich war klar, was mit „zu schnell“ wirklich gemeint war.

Unsere Monteure wollten zeigen, dass sie arbeiten können.

Der Auftraggeber wollte sicherstellen, dass jeder einzelne Schritt richtig verstanden und gefestigt ist.

Beide Seiten wollten also im Grunde dasselbe: gute und saubere Arbeit.

Es brauchte nur ein wenig Geduld – und ein kurzes Gespräch.

Danach war das Missverständnis geklärt, abgehakt und die Arbeit ging ganz normal weiter.

Darum bleiben wir während des Projekts in Kontakt

Genau deshalb begleiten wir unsere Monteure vom ersten bis zum letzten Tag.

Es wäre für uns viel einfacher, ein Team auf die Baustelle zu schicken und darauf zu warten, ob sich irgendwann jemand meldet.

Aber so möchten wir nicht arbeiten.

Wenn wir regelmäßig mit unseren Monteuren sprechen, erfahren wir frühzeitig, was auf der Baustelle passiert. Wir können Fragen klären, Unsicherheiten aufnehmen und wenn nötig rechtzeitig etwas korrigieren oder das Ruder herumreißen.

Dazu gehört für uns auch, regelmäßig beim Auftraggeber nachzufragen.

Nicht erst dann, wenn uns ein Feedback erreicht, mit dem wir nicht gerechnet haben, sondern während des gesamten laufenden Einsatzes.

Wie läuft die Zusammenarbeit?
Passt die Leistung?
Gibt es etwas, das wir ansprechen sollten?

So bleiben alle Beteiligten auf demselben Stand.

Denn wenn jeder seinen Teil zur Kommunikation beiträgt, kann ein vermeintliches Problem manchmal innerhalb von fünf Minuten gelöst werden.

Manchmal dürfen wir auch einfach wieder menschlich sein

Heute rennt jeder von einem Termin zum nächsten.

Die Baustelle muss weiterlaufen, der Zeitplan muss eingehalten werden, das Telefon klingelt und im Hintergrund warten schon die nächsten Aufgaben. Wir kennen das selbst nur zu gut.

Aber genau bei diesem ganzen Druck geht etwas immer mehr verloren:

Einfach einmal kurz stehen bleiben und einem Menschen sagen, dass er seine Arbeit gut macht.

Melden Sie sich deshalb auch gerne einmal ohne besonderen Grund.

Einfach kurz anrufen und sagen:

„Hey, ich renne gerade von Termin zu Termin. Aber ich wollte mich trotzdem kurz melden und sagen: Bei uns läuft alles wie gewünscht. Geben Sie das bitte auch an die Monteure weiter.“

Für den Auftraggeber sind das vielleicht nur fünf Minuten.

Für die Monteure auf der Baustelle kann dieser eine Satz aber sehr viel bedeuten. Sie merken, dass ihre Arbeit gesehen wird. Dass jemand wahrnimmt, was sie jeden Tag leisten. Und dass sie nicht einfach nur irgendwelche Namen auf einem Stundenzettel sind.

Solche kleinen Gesten gehen in unserer Gesellschaft leider immer mehr vergessen.

Meistens melden wir uns dann, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn aber alles gut läuft, sagen wir oft nichts. Dabei kostet ein ehrliches „Danke, das läuft gut“ keinen Cent und kann einen Menschen unglaublich motivieren.

Am Ende arbeiten auf einer Baustelle keine Nummern miteinander.

Es sind Menschen.

Und vielleicht sollten wir uns genau daran wieder etwas öfter erinnern.

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