Warum der günstigste Stundenpreis nicht automatisch das günstigste Projekt bedeutet

Warum sieht die Differenz zwischen Kundenpreis und Stundenpreis so groß aus?

Auf Baustellen hört man immer wieder ähnliche Sätze:

„Die Firma bekommt für meine Arbeit viel mehr, als sie mir bezahlt.“

Auf den ersten Blick ist diese Rechnung nachvollziehbar. Der Auftraggeber bezahlt einen bestimmten Stundenpreis, der Nachunternehmer erhält einen niedrigeren Betrag – und die Differenz dazwischen sieht schnell wie der Gewinn des Unternehmens aus.

Aber ist diese Differenz wirklich der Gewinn?

36 Euro rein, 27 Euro raus – bleiben wirklich 9 Euro Gewinn?

Nehmen wir ein bewusst vereinfachtes Beispiel:

Der Auftraggeber bezahlt 36 Euro pro Stunde. Der eingesetzte Nachunternehmer erhält 27 Euro pro Stunde.

36 € – 27 € = 9 €

Auf dem Papier könnte man jetzt sagen: Die Firma verdient 9 Euro pro Stunde an diesem Monteur.

In der Praxis beginnt die Rechnung aber genau hier erst.

Aus dieser Differenz müssen – abhängig vom jeweiligen Projekt – beispielsweise Büro und Infrastruktur, Projektorganisation, Recruiting, Versicherungen, Verwaltung, Dokumentation und weitere betriebliche Kosten getragen werden.

Und dann gibt es noch die Dinge, die sich auf keinem Taschenrechner sauber vorhersehen lassen.

Wer bezahlt, wenn auf der Baustelle etwas anders läuft als geplant?

Eine Unterkunft wird im Voraus bezahlt. Vor Ort stellt sich heraus, dass sie nicht passt und kurzfristig eine andere Unterkunft benötigt wird.

Material wird falsch oder beschädigt geliefert. Eine Lieferung verspätet sich.

Das Montageteam steht morgens wie vereinbart um 7:00 Uhr ausgeruht und einsatzbereit auf der Baustelle – kann aber nicht anfangen, weil Voraussetzungen fehlen.

Die Wohnung läuft trotzdem weiter. Die Leute sind trotzdem vor Ort. Fahrzeuge, Organisation und Fixkosten verschwinden nicht, nur weil auf der Baustelle gerade nichts passiert.

Dann einfach zu sagen „Unternehmerrisiko“ ist uns zu einfach.

Die wichtigere Frage lautet:

Wer trägt welches Risiko – und wie finden Auftraggeber, Projektpartner und Nachunternehmer gemeinsam eine faire Lösung?

Und was passiert bei Mängeln?

Auch hier gibt es zwei Seiten.

Wenn Arbeiten tatsächlich mangelhaft ausgeführt wurden, der Mangel nachvollziehbar dokumentiert ist, Fotos vorliegen und eine angemessene Möglichkeit zur Nachbesserung gegeben wurde, kann man das Problem nicht einfach dem Auftraggeber überlassen.

Wer einen Fehler gemacht hat, muss sich damit auseinandersetzen.

Schwieriger wird es, wenn am Ende eines Projekts plötzlich Abzüge vorgenommen werden, ohne dass vorher eine klare Mängeldokumentation erfolgt ist.

Denn auf größeren Baustellen arbeiten häufig mehrere Teams und mehrere Unternehmen gleichzeitig.

Wer hat die betreffende Arbeit tatsächlich ausgeführt?

Ohne Rapporte, Fotos und nachvollziehbare Dokumentation kann daraus sehr schnell Aussage gegen Aussage werden.

Genau deshalb ist Dokumentation für uns keine unnötige Bürokratie. Sie schützt alle Beteiligten.

Was passiert, wenn der Kunde nicht bezahlt – der Monteur aber sauber gearbeitet hat?

Das ist einer der schwierigsten Punkte.

Der Nachunternehmer hat seine Arbeit ordentlich ausgeführt, seine Stunden und Leistungen dokumentiert und seine Rechnung gestellt. Gleichzeitig gibt es auf Kundenseite eine Diskussion, einen Abzug oder eine verspätete Zahlung.

Was macht man dann?

Aus unserer Sicht ist Vertrauen keine Einbahnstraße.

Wenn ein Monteur zuverlässig gearbeitet hat, seine Leistung nachvollziehbar ist und kein berechtigter Grund gegen die Zahlung spricht, muss ein Unternehmen alles daransetzen, seinen Verpflichtungen gegenüber diesem Partner nachzukommen.

Denn gute Leute zu finden ist schwierig.

Und wenn wir gemeinsam an seiner Arbeit verdient haben, tragen wir auch Verantwortung dafür, Probleme nicht einfach nach unten weiterzureichen.

Warum kann ein Monteur für 30 Euro günstiger sein als einer für 27 Euro?

Auch das klingt zunächst widersprüchlich.

Der Stundenpreis allein sagt aber wenig darüber aus, was ein Monteur einem Projekt tatsächlich bringt.

Ein erfahrener Fachmann, der Pläne lesen kann, selbstständig arbeitet, vorausdenkt, seine Rapporte sauber führt, eigenes Werkzeug und Fahrzeug mitbringt, auf der Baustelle kommunizieren kann und Probleme löst, kann einen höheren Stundenpreis rechtfertigen.

Ein günstigerer Monteur, der ständig Anleitung benötigt, Fehler verursacht oder nicht selbstständig arbeiten kann, kann dagegen am Ende erheblich mehr kosten.

Deshalb schauen wir nicht nur auf eine Zahl.

Erfahrung, Leistung, Fachwissen, Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit gehören für uns genauso zur Kalkulation wie der Stundenpreis.

„Geht beim Preis noch etwas?“ – wenn das Feilschen beginnt

Fast jeder, der Projekte kalkuliert oder Nachunternehmer beauftragt, kennt die Diskussion:

„Geht beim Preis noch etwas?“

Natürlich muss ein Auftraggeber wirtschaftlich einkaufen. Und genauso muss ein Nachunternehmer wirtschaftlich arbeiten können.

Dann beginnt das Argumentieren: Was bringt das Team mit? Welche Leistung kann es tatsächlich erbringen? Wie selbstständig arbeitet es? Wer übernimmt Unterkunft, Fahrzeug und Werkzeug? Wie lange läuft das Projekt? Wie planbar ist der Einsatz?

Wenn am Ende ausschließlich der niedrigste Preis entscheidet, müssen wir auch sagen können:

Dann passt dieses Projekt möglicherweise nicht zu uns.

Wir möchten unsere Leute nicht einfach beschäftigen, damit sie beschäftigt sind. Ein Projekt muss für alle Beteiligten wirtschaftlich funktionieren.

Anders kann es bei einem kurzen Auftrag aussehen, der bewusst der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit sein soll. Dann kann es sinnvoll sein, für zwei Wochen einen enger kalkulierten Einstieg zu akzeptieren, wenn beide Seiten offen sagen, welches gemeinsame Ziel dahintersteht.

Warum gehen gute Fachkräfte überhaupt auf Montage?

Auch diese Frage gehört zur Rechnung.

Menschen fahren nicht für mehrere Wochen von ihrer Familie weg, leben in einer fremden Unterkunft und arbeiten auf einer Baustelle in Deutschland, weil sie dort Urlaub machen möchten.

Sie erwarten, dass sich dieser Einsatz lohnt.

Viele möchten beispielsweise mehrere Wochen intensiv arbeiten und anschließend Zeit zu Hause verbringen. Andere möchten ein Projekt abschließen und danach eine längere Pause einlegen.

Wer gute Fachkräfte langfristig halten möchte, muss deshalb nicht nur über den niedrigsten möglichen Stundenpreis sprechen.

Planbarkeit, faire Bezahlung, vernünftige Bedingungen und gegenseitiger Respekt gehören genauso dazu.

Was bleibt am Ende wirklich übrig?

Genau deshalb ist die einfache Rechnung

36 € Kundenpreis – 27 € Nachunternehmer = 9 € Gewinn

so nicht richtig.

Die 9 Euro sind zunächst lediglich eine Differenz – kein Gewinn.

Denn davon ist noch kein Mitarbeiter im Backoffice bezahlt. Kein Büro, keine Miete und keine Infrastruktur sind finanziert. Versicherungen, Buchhaltung, Recruiting, Projektorganisation, Kommunikation und Verwaltung laufen ebenfalls weiter – unabhängig davon, ob auf einer Baustelle gerade alles nach Plan funktioniert.

Dazu kommen projektbezogene Risiken und Kosten. Eine bereits bezahlte Unterkunft muss vielleicht ersetzt werden. Ein Team steht wegen fehlendem oder falschem Material. Eine Rechnung wird verspätet bezahlt oder es entstehen Kosten, die vorher niemand eingeplant hatte.

Erst wenn all diese Kosten berücksichtigt sind, kann man überhaupt darüber sprechen, was von der ursprünglichen Differenz tatsächlich als Marge und schließlich als Gewinn übrig bleibt.

Und selbstverständlich muss ein Unternehmen Gewinn erwirtschaften. Ohne Gewinn kann es keine Rücklagen bilden, schwierige Situationen nicht auffangen und langfristig keine stabile Struktur für Auftraggeber und Nachunternehmer bereitstellen.

Entscheidend ist für uns deshalb nicht, ob ein Unternehmen an einem Projekt verdient. Natürlich muss es das. Entscheidend ist, ob fair kalkuliert wird, beide Seiten von der Zusammenarbeit leben können und das Unternehmen für seine Marge auch Verantwortung übernimmt.

Hinweis zu den genannten Preisen

Die in diesem Beitrag genannten Stundenpreise, Kosten und Berechnungen sind bewusst vereinfachte Beispielwerte zur Veranschaulichung.

Sie stellen keine festen Preise, Margen oder Kalkulationen von HOFMANN-PROJEKT dar.

Tatsächliche Konditionen unterscheiden sich je nach Projekt, Gewerk, Qualifikation, Leistungsumfang und Rahmenbedingungen.

Am Ende zählt nicht der billigste Preis

Ein gutes Projekt entsteht nicht dadurch, dass einer möglichst viel verdient und der andere möglichst wenig bekommt.

Für Auftraggeber, Montageunternehmen und Nachunternehmer muss die Zusammenarbeit wirtschaftlich funktionieren. Der Auftraggeber braucht eine verlässliche und saubere Leistung. Der Nachunternehmer muss für seine Arbeit fair bezahlt werden. Und das Unternehmen dazwischen muss genug verdienen, um Organisation, Projektbegleitung, Fixkosten und Risiken tatsächlich tragen zu können.

Der günstigste Stundenpreis macht noch kein gutes Projekt. Und die größte Differenz macht noch keinen guten Gewinn.

Am Ende geht es um etwas anderes: gute Leute, saubere Leistung, faire Bedingungen und ein Projekt, das für alle Beteiligten funktioniert.

Und genau dort beginnt für uns echte Partnerschaft.

WIR REDEN NICHT. WIR LIEFERN.

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